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GESUNDHEIT & VITALITÄT

Blut spenden rettet Leben

Wann haben Sie das letzte Mal Blut gespendet? Ist es schon viele Jahre her, weil Sie keine Zeit oder Angst vor Nadeln haben? Dann sollten Sie sich einen Ruck geben und Ihre Gründe nochmal hinterfragen. von Mag. Monika Kotasek-Rissel

Denn, dass man selbst oder der eigene Ehemann, die Ehefrau oder das Kind Blutkonserven braucht, kann schneller gehen, als man denkt. Typische Einsatzgebiete wären zum Beispiel nach einem Unfall, bei Komplikationen im Rahmen von Geburten oder im Falle einer schweren Erkrankung. 

Österreichweit wird alle 90 Sekunden eine solche Konserve benötigt. Pro Tag sind das 1000 Stück. Blut gilt daher als wichtiges Notfallmedikament. Es künstlich herzustellen, ist leider nicht möglich. 

Wie läuft der Vorgang ab? 
Bevor es zur Blutspende kommt, füllt man einen Fragebogen aus. Anhand dessen können die Mitarbeiter beurteilen, ob der Freiwillige für eine Blutspende geeignet ist. Grundsätzlich dürfen das Personen zwischen dem 18. und 70. Geburtstag sowie mit einem Körpergewicht von mindestens 50 kg, die festgelegte Kriterien erfüllen.

Ausschlussgründe wären akute Infektionskrankheiten (z. B. Grippe, Lungenentzündung), Autoimmunerkrankungen (wie Morbus Basedow), Antibiotikaeinnahme (vier Wochen nach Ende der Zufuhr), Asthma, Diabetes Typ 1 und 2 unter Insulintherapie oder Medikamenten, eine laufende Eisentherapie, Epilepsie, HIV-Infektion, nach Herzinfarkt und einige mehr. 

Bekommt man jedoch „grünes“ Licht, findet ein kurzer medizinischer Check statt. Körpertemperatur, Puls und Blutdruck werden gemessen. Anhand eines Tropfens Blut aus der Fingerkuppe wird außerdem der Gehalt an rotem Blutfarbstoff getestet. 

In sieben Minuten ist alles geschafft 
Bei der eigentlichen Blutspende (Vollblutspende) werden dann ungefähr 465 ml des roten „Lebenssaftes“ aus der Armvene des Freiwilligen entnommen. In durchschnittlich sieben Minuten ist alles wieder vorbei. Dann hat man sich einen Imbiss und Erholung verdient. Ihr Blut geht in diesem Moment bereits auf Reisen: Als Erstes finden umfangreiche Sicherheitstests im Labor statt. 

Danach wird es in verschiedene Bestandteile getrennt und zu Blutprodukten verarbeitet sowie im Anschluss an Spitäler geliefert. Ein Großteil der Blutprodukte wird für die Behandlung schwerer Krankheiten, wie zum Beispiel bei Krebstherapien, Anämie, aber auch Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen verwendet. Da Blutkonserven maximal 42 Tage haltbar sind, ist eine kontinuierliche Aufbringung dieses Notfallmedikaments erforderlich. Im Sommer kommt es aber fast jedes Jahr zu einem Rückgang der Spendenwilligkeit, da viele Menschen auf Urlaub fahren und vermehrt Freizeitaktivitäten nachgehen. 

Dementsprechend kommt der Gedanke an die Blutspende zu kurz. Zudem steigt der Bedarf an Blutkonserven in den warmen Monaten durch die höhere Anzahl von Polytraumen und Operationen, etwa aufgrund von Outdoor-Aktivitäten, die nun vermehrt zu Unfällen führen. Wie wäre es daher, vor dem Sommerurlaub noch schnell Blut spenden zu gehen? Dann fahren Sie sicher mit einem noch besseren Gefühl in die hochverdienten Ferien.

Was ist Blutplasma?
Im Körper befinden sich rund 4–6 Liter Blut. Plasma ist der flüssige Bestandteil und macht rund 55 % aus. Die restlichen 45 % bilden die roten und weißen Blutkörperchen. Plasma enthält rund 92 % Wasser, der Rest besteht aus Nähr- und Mineralstoffen, Hormonen und mehr als 120 verschiedenen Eiweißstoffen bzw. Proteinen. Es dient u. a. als Transportmittel für Stoffwechselprodukte, Hormone, Glukose, Lipide und Kohlendioxid. 

Zudem leitet es Abfallprodukte aus dem Körper. Vor allem die Proteine haben sich Aufmerksamkeit verdient: Sie sorgen für stabilen Blutdruck, funktionierende Blutgerinnung und schnelle Abwehr von Infektionen. Bei der Plasmaspende wird im Gegensatz zur Vollblutspende nur der flüssige Bestandteil des Blutes, das Plasma, gespendet. Plasma-Spender erhalten zudem eine Aufwandsentschädigung. Die gewonnenen Medikamente helfen kranken oder verletzten Menschen, deren „Lebenssaft“ diese Aufgaben nicht mehr selbst erfüllen kann. Viele Personen sind sogar ein Leben lang auf plasma-basierte Medikamente angewiesen, oft als einzige Therapieoption.

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